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Mit Bisnode-Daten durch die Corona-Krise

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Zur Bewältigung der Coronakrise sind wissenschaftliche Erkenntnisse und datenbasierte Empfehlungen von zentraler Bedeutung. Die KOF Konjunkturforschungstelle der ETH Zürich analysiert fortlaufend die Auswirkungen von COVID-19 auf die Konkurse und Neugründungen in der Schweiz. Dabei stützt sie sich auf Daten von Bisnode D&B. Markus Stotz, Co-Autor der Studie, gibt Auskunft über das gemeinsame Projekt.

Prof. Dr. Jan-Egbert Sturm ist Leiter der Expertengruppe Economics der Swiss National COVID-19 Science Task Force. Sie berät die Behörden und informiert die Öffentlichkeit über wissenschaftliche Erkenntnisse der Pandemie. Der Direktor der KOF Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich koordiniert die volkswirtschaftlichen Analysen der Task-Force.

Um die Auswirkungen der Krise auf die Wirtschaft zu beziffern, hat die KOF Konjunkturforschungsstelle zusammen mit Bisnode D&B ein Modell entwickelt, um die Häufigkeit der Firmenkonkurse im Zeitverlauf zu untersuchen.

Die Auswirkung von COVID-19 auf die Unternehmenslandschaft wird dabei mit Hilfe des Konzepts der Übersterblichkeit beurteilt. Dieses Konzept wurde bisher nur zur Einschätzung der Sterbehäufigkeit in Menschenpopulationen verwendet. Dieser neue Ansatz hilft, die COVID-19-Konkurse besser zu verstehen.

Bisnode D&B liefert die historischen Konkursdaten der Schweiz der letzten 12 Jahre sowie ein monatliches Update. Damit ist es möglich, die COVID-19-Konkurse im Verhältnis zum gesamten Konkursgeschehen fortlaufend zu analysieren.

Markus Stotz ist Deputy Head of Data Management bei Bisnode D&B. Er bereitet die Konkursdaten auf und ist zusammen mit Florian Eckert und Heiner Mikosch vom KOF Co-Autor der Studie zur Übersterblichkeit, die regelmässig neu erstellt wird.

Laden Sie die Studie als PDF herunter

Eckert, Florian, Heiner Mikosch und Markus Stotz (2020): Corona Crisis and Excess Mortality of Firms: Monitoring Firm Bankruptcies and Formations in Switzerland, Bisnode D&B und Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich.

Studie downloaden (PDF, 639 KB)

Die Auswirkungen der Krise genau beziffern

Bisnode hat Markus Stotz zur Kooperation von Bisnode D&B mit der KOF interviewt.

Wie wissen sie, wie viele Konkurse es in der Schweiz gibt?

Bisnode D&B erhält täglich vom Staatssekretariat für Wirtschaft SECO sämtliche Meldungen des Schweizerisches Handelsamtsblatt SHAB. Über die Unternehmensidentifikationsnummer UID, die für jedes in der Schweiz wirtschaftlich aktive Unternehmen eine eindeutige Identifikation ermöglicht, teilen wir diese Veröffentlichungen den einzelnen Firmen auf unserer Datenbank zu. So werten wir Ereignisse wie ‘Vorläufige Konkursanzeige’, ‘Konkurspublikation/Schuldenruf’, ‘Widerruf des Konkurses’ usw. aus.

Seit wann erfasst Bisnode die Konkurse systematisch?

Die SHAB-Publikationen erhalten wir seit 1994 auf elektronischem Weg. Mit der systematischen Auswertung haben wir 2006 begonnen.

Wie stellt Bisnode sicher, dass die Konkurse in der Schweiz korrekt erfasst sind?

Die UID-Nummer, die bei jeder Publikation mitgeliefert wird, stellt sicher, dass die einzelnen Meldungen dem richtigen Unternehmen zugeteilt werden. Ausnahmefälle prüfen und verarbeiten wir manuell. Die SHAB-Meldungen versehen wir mit Ereigniscodes und gliedern sie in einer zeitlichen Abfolge. So werten wir aus, zu welchem Zeitpunkt bei einem Unternehmen erstmals ein Konkursereignis aufgetreten ist.

Wir wollen herausfinden, wie stark und aufgrund welcher COVID-19-Massnahmen sich die Insolvenzen und Neueintragungen in der Schweiz verändern. So sind wir in der Lage, die Auswirkungen der Krise genau zu beziffern.

Markus Stotz Deputy Head of Data Management Bisnode D&B Schweiz

Was ist der Unterschied der KOF-Studie zu den monatlichen Konkursanalysen von Bisnode D&B?

Wir veröffentlichen seit mehreren Jahren einen monatlichen Überblick über Konkurse und Neugründungen in der Schweiz. Bei der gemeinsamen Studie mit der KOF geht es jedoch nicht nur um eine quantitative Aussage, sondern auch um eine qualitative Einschätzung der aktuellen Situation. Insbesondere wollen wir herausfinden, wie stark und aufgrund welcher COVID-19-Massnahmen sich die Insolvenzen und Neueintragungen verändern. So sind wir in der Lage, die Auswirkungen der Krise genau zu beziffern.

Wie kam es zur Zusammenarbeit von Bisnode D&B und KOF?

Die Studien von Bisnode D&B stossen in den Medien, in Finanzabteilungen von Unternehmen und bei Ökonomen schon seit Langem auf grosses Interesse. Die KOF und Bisnode D&B waren aufgrund der makroökonomischen Bedeutung der Konkurs- und Gründungszahlen wie auch des Zahlungsverhaltens von Firmen schon länger im Kontakt. Im Rahmen der Beiträge für die Swiss National COVID-19 Science Task Force kam die KOF auf uns zu, eine mögliche Kooperation in diesem Bereich zu besprechen. Selbstverständlich waren wir gerne bereit, dieses national wichtige Projekt mit unseren hochwertigen Datenerhebungen zu unterstützen.

Herr Stotz, sie sind einer der Datenprofis bei Bisnode D&B. Was umfasst ihr Aufgabengebiet?

In meiner Funktion als Deputy Head of Data Management unterstütze ich unser Datenteam bei der unterbrechungsfreien, zeitnahen und qualitativ hochwertigen Verarbeitung der unterschiedlichen Datenströme in den Bereichen B2B und B2C. Seit mehr als 15 Jahren bereite ich die Grundlagen für spezielle Analysen und Statistiken auf. Dies umfasst unter anderem Daten zu Neueintragungen, Konkursen, Top-500-Unternehmen und zur Nachfolge-Problematik von KMU sowie weitere Themen aus dem Bereich Kredit-, Geschäfts- und Marktinformationen.

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