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Blog Risiko & Kredit

Sichere Geschäfte im Hochrisiko-Umfeld: Wir zeigen, wie es funktioniert

| April 08, 2020

Nach wie vor hält die Coronakrise die Wirtschaft und Gesellschaft in Atem. Eines ist gewiss: Der Handel darf nicht zum erliegen kommen. Sonst droht eine globale Rezession mit gravierenden Folgen. Sicherer Handel ist aber trotz hohen Risiken möglich. In diesem Artikel zeigen wir Ihnen, wie Sie Ihr Risiko-Management krisensicher gestalten. Und wir wollen Sie dazu ermutigen, gerade jetzt Handel zu betreiben.

Seit mehr als einem Jahrzehnt befinden wir uns in einem Tiefrisiko-Umfeld, in dem die Unternehmen stets gewachsen sind. Verluste bei Kunden und Krediten waren sowohl bei den Haushalten als auch bei den Unternehmen sehr gering.

Das hat sich 2020 dramatisch verändert. Die Risiken sind so hoch wie schon lange nicht mehr. Handel und Restauration ist gezwungen, komplett dichtzumachen. In anderen Branchen wie Immobilien oder Finanzdienstleistungen wird das Risiko während der Coronakrise Schritt für Schritt grösser werden.

Nur wer handelt, überlebt

Unsicherheit zieht eine reduzierte Geschäftsaktivität nach sich. Aber ein Stopp des Verkaufs der eigenen Produkte und Dienstleistungen aus Angst, dass Kunden nicht zahlen, ist nicht die Lösung. Die Wirtschaft wird nur am Leben bleiben, wenn Unternehmer, Kaufleute und Konsumenten weiterhin Handel betreiben. Nur so werden Unternehmen, aber auch die gesamte Gesellschaft, weiterfunktionieren.

Schnelles Handeln ist also gefragt. Es gilt, schlummernde Kompetenzen wieder zum Leben zu erwecken, allen voran die Fähigkeit, Kreditentscheidungen im Hochrisiko-Umfeld schnell und richtig zu treffen.

Bisnode beobachtet, dass die Anzahl der Bonitätsanfragen in ganz Europa dramatisch abnimmt. Gleichzeitig nimmt das Monitoring der bestehenden Kunden zu. In anderen Worten: Die Kunden von Bisnode beschäftigen sich weniger mit Handeln als mit der Überwachung des Kundenstamms. Es gibt Unternehmen, die Geschäfte vor der Krise nur aufgrund der finanziellen Stärke der Abnehmer abschlossen. Gutes Credit Rating “Ja”, schlechtes “Nein”. Aber es sind genau die, die jetzt ihre Prozesse zur Festsetzung der Kreditlimiten unter die Lupe nehmen müssen.

Es ist die Verantwortung unserer Branche, den Handel zu fördern, und nicht Verunsicherung zu stiften. Es darf nicht passieren, dass wir einen Rückgang des Handels mitverursachen, der sich schnell zu einer globalen Rezession aufbauscht. Unsere Aufgabe ist es, Unternehmen mit den richtigen Informationen durch die Krise zu führen und ihnen zu zeigen, dass sicherer Handel auch jetzt möglich ist. Wir müssen uns alle darauf besinnen, was der Nutzen von Credit Reports ist, nämlich Vertrauen zu schaffen und den Handel anzukurbeln.

Credit Reports basieren sowohl auf historischen Daten wie Geschäftsberichten, als auch auf Real-Time-Daten wie Zahlungserfahrungen. Unsere Modelle berücksichtigen die Historie eines Unternehmens und fügen Makroinformationen, Branchendaten und Statistiken aus einer Vielzahl von Quellen hinzu. Wir arbeiten auch mit prädiktiven Analysen, schauen also in die Zukunft. Dazu analysieren wir grosse Mengen von Daten und versuchen, Verhaltensmuster zu erkennen. So sind wir in der Lage, Aussagen über das mögliche Verhalten eines Unternehmens oder einer Person in der Zukunft zu machen.

Kreditlimiten bestimmen: So geht der Prozess

Ein Credit Rating oder Score ist selbst aber noch keine Entscheidung. Sie ist nur ein Teil eines grösseren Entscheidungsprozesses. Dazu gehören die eigenen Daten eines Unternehmens und die Erfahrungen über Kunden und solche, die es werden sollen.

Hier sind einige Tipps, im neuen Umfeld die richtigen Kreditentscheidungen zu treffen.

  1. Agieren Sie datengetrieben. Nutzen Sie dazu Kredit-Dienstleistungen, die kundenspezifische historische Daten mit Makro- und Industriedaten sowie prädiktive Analysen kombinieren und dadurch eine Aussage zum Risikograd oder Potenzial machen.
  2. Sie kennen Ihrer Kunden am besten. Nutzen Sie diese Fähigkeit. Nur weil ein Kunde momentan mit den Zahlungen hinterherhinkt, heisst das nicht, dass gar kein Geld mehr fliessen wird.
  3. Identifizieren Sie diejenigen Kunden, die Ihnen am wichtigsten sind, und diskutieren Sie Zahlungspläne, wenn sie in finanziellen Nöten sind. Bleiben Sie dabei flexibel, zum Beispiel bei den Bestellgrössen und Zahlungsbedingungen und kommen sie Kunden und Lieferanten, die in Schwierigkeiten stecken, entgegen. Seien Sie aber auf der Hut vor Kunden, die wegen der Coronakrise jetzt bessere Zahlungsbedingungen herausschinden wollen.
  4. Wenn Sie Geschäfte mit Kunden in besonders betroffenen Branchen machen, dann überlegen Sie sich genau, ob sie schon vor der Krise in Problemen steckten. Nutzen Sie dazu Credit Reports. Suchen Sie das Gespräch und finden Sie Lösungen, um Geschäfte sicher abzuwickeln.
  5. Beobachten Sie, wie die einzelnen Staaten Hilfspakete schnüren. Je nachdem senken sie das Risiko als Lieferant für Ihre Abnehmer auf ein akzeptables Niveau.

Auch in Krisenzeiten ist sicherer Handel möglich. Es ist aber nötig, neue Strategen für das Risikomanagement zu entwickeln und sich flexibler aufzustellen, wenn Kunden die Bedingungen neu verhandeln wollen.

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