Artikel Digitale Transformation Smart Data

Smart Data ist die harte Währung unserer Zeit

Täglich werden auf der ganzen Welt 16 Billionen Megabyte Daten produziert. Diese Menge an Informationen ist für den Einzelnen, die Geschäftswelt und die Gesellschaft eine Goldmine – aber auch eine riesige Herausforderung. Die Zukunft gehört jenen, die in der Lage sind, grosse Datenmengen so zu transformieren und aufzubereiten, dass daraus intelligente Daten entstehen. Bisnode sprach mit dem Wayblazer Gründer und der Spotify Geschäftsführerin für Skandinavien über die Hartwährung unserer Zeit: Smart Data.

Den Umfang des Bestands an Daten zu begreifen, die auf der ganzen Welt täglich produziert werden, ist nicht leicht. Wieviel sind 16 Billionen Megabyte überhaupt? Diese explosive Entwicklung ist vielleicht ein bisschen leichter greifbar, wenn man den Fakt berücksichtigt, dass 90 Prozent aller Daten weltweit in den letzten zwei Jahren erzeugt wurden. Dazu gehören Daten aus Geschäftstransaktionen, E-Mails, sozialen Medien, Blogs, GPS, Videos und digitalen Bildern.

«Statt nach dem Bauchgefühl zu gehen, kann ein Unternehmen auf der Grundlage von Daten handeln. Dazu müssen Sie aber in der Lage sein, enorme Datenmengen nach den benötigen Informationen zu durchsuchen. Mit Smart Data soll genau das erreicht werden, um Ihnen die richtigen Daten zum richtigen Zeitpunkt zur Verfügung zu stellen».

Anders Borg, CSO

DREI VORTEILE VON SMART DATA

Drei Vorteile von Smart Data
  • Personalisieren Sie die Customer Experience. Wenn Sie detaillierte Kenntnisse über Kunden gewinnen, können Sie massgeschneiderte Dienstleistungen, personalisierte Angebote und einen besseren Service anbieten und mit Kunden nach deren Präferenzen interagieren. Statt nur nach dem Bauchgefühl zu gehen, können Sie für Ihre Kundeninteraktionen Fakten aus verfügbaren Daten nutzen. Gestützt durch diese Daten können Unternehmen proaktiver vorgehen und das Einkaufsverhalten vorhersagen.
  • Erreichen Sie die richtigen Kunden. Eine zielgruppengenauere Ansprache ermöglicht Ihrem Unternehmen, Angebote zu personalisieren. In der Vergangenheit war es im zielgerichteten Marketing nicht so leicht, an verlässliche Informationen zu kommen. So konnte man statt klar definierten Zielgruppen nur allgemeine Cluster festlegen. Heute ist es aber möglich, mehr über die einzelnen Personen hinter den Zahlen zu erfahren und herauszufinden, wer sie sind und wofür sie sich interessieren.
  • Reduzieren Sie Ihre Risiken. Mehr über Ihre Kunden zu wissen, kann Ihnen dabei helfen, sich vor Betrug zu schützen und den Fokus auf die guten Geschäfte mit den „richtigen“ Kunden zu richten. Damit verringern Sie Ihre Risiken und steigern Ihren Umsatz.

Smart Data sind relevante Daten

Es ist kaum übertrieben zu sagen, dass die enorme Menge an Daten – mit der uns mittlerweile geläufigen Bezeichnung Big Data – eine Goldmine für Unternehmen ist. Aber wie werden wir all diese Informationen bewältigen? Schliesslich hat sich die Gehirnkapazität des Menschen in den letzten 5'000 Jahren nicht signifikant weiterentwickelt.

Wenn wir vor all diesen Informationen stehen, ergeht es uns leicht wie dem Mann, der in den Buchladen Barnes & Noble am Union Square in Manhatten kam. Als er die vier Etagen an Büchern sah, die sich vom Boden bis an die Decke stapelten, hielt er inne, seufzte und sagte beim Verlassen des Ladens:

«So viele Bücher und so wenig Zeit».

Diesen Mann könnte aber doch jemand an die Hand nehmen und ihm dabei helfen, alles für ihn nicht Relevante auszusortieren. Genau darum geht es bei Smart Data. Erfolgreiche Unternehmen haben es nicht nur leichter, ihre bestehenden Kunden zu halten, sondern sprechen auch neue Kunden mit zielgruppengenauen Werbekampagnen und Aktionen besser an.

«Statt nach dem Bauchgefühl zu gehen, handelt ein Unternehmen auf der Grundlage von Daten», sagt Rikard Candell, Group Business Development Director bei Bisnode. „Dazu müssen Sie aber in der Lage sein, enorme Datenmengen nach den benötigen Informationen zu durchsuchen. Mit Smart Data soll genau das erreicht werden – Ihnen die richtigen Daten zum richtigen Zeitpunkt zur Verfügung zu stellen“.

Die Herausforderungen und Lösungen sehen je nach Art des Unternehmens unterschiedlich aus.

Smart Data in der Reisebranche

Das amerikanische Unternehmen Wayblazer hat eine Möglichkeit gefunden, um Big Data für die Reisebranche zu nutzen. Firmengründer Terry Jones hält die heutigen Suchmöglichkeiten für nicht besonders benutzerfreundlich. Mithilfe automatisierter Textanalysen nutzt Wayblazer die unstrukturierten Informationen zu Reisen, die online zum Beispiel in Blogs, Artikeln und auf Twitter zur Verfügung stehen.

«Um nach einer Reise zu suchen, geben Sie normalerweise den Namen einer Stadt sowie das Abreise- und Ankunftsdatum ein», so Jones. «Stattdessen könnten Sie aber auch nach einem Hotel am Strand mit Wellness-Center, Golf und Kinderaktivitäten für Oktober suchen. Wir entwickeln intelligente Tools, die Reisebüros dabei helfen, für ihre Kunden die perfekte Reise zu finden».

Orientierung im Informationslärm

Jones verkündet feierlich, dass Wayblazer und andere Akteure nun den Schlüssel zur Goldmine gefunden haben, wo ein riesiger Wissensschatz verborgen liegt.

«Ich denke, wir sind auf dem besten Weg, das Internet zu transformieren. Aus einem Ort, an dem Nutzer gezwungen sind, sich auf der Jagd nach Hinweisen durch Hunderte von Seiten zu wühlen, soll ein System werden, das wirklich Orientierung bietet», erklärt Jones und betont, dass es dabei nicht nur um kommerzielle Interessen geht. Dank Smart Data wird diese Entwicklung auch in Medizin und Forschung schneller voranschreiten. Es gibt jede Menge an Möglichkeiten, so Jones.

«Bedenken Sie, dass heute täglich mehr Fotos gemacht werden als während des gesamten 20. Jahrhunderts insgesamt entstanden sind und dass sich jeden Tag eine Million Menschen bei Facebook anmelden. Unsere Kommunikation geht nicht verloren. Sie wird aufbewahrt. Die Frage lautet: Hören wir bei all dem Lärm noch die Stimmen? Können wir die am Markt verfügbaren Tools nutzen, um diese Informationen in wirtschaftliche Einblicke umzuwandeln»? Jones ist der Ansicht, dass die Antwort «Ja» lautet.

Personalisiertes Verbrauchererlebnis

Rikard Candell zufolge ist die Personalisierung einer der stärksten Trends im Bereich Smart Data. Verbraucher gewöhnen sich immer mehr an spezifische Angebote – und werden diese in Zukunft auch erwarten.

«Wir sehen die Qualität der Services, die digitale Dienstleister wie Spotify und Uber erbringen, als Massstab an», so Candell, «denn diese Unternehmen nutzen Smart Data, um ihre Services laufend zu verbessern».

«Die Zukunft gehört jenen, die in der Lage sind, grosse Datenmengen so zu transformieren und aufzubereiten, damit intelligente Daten entstehen.»

Für Spotify gehören Smart Data zum Rückgrat des Unternehmens. Laut Jenny Hermanson, Geschäftsführerin von Spotify Nordics, befasst sich das gesamte Analyseteam mit der Analyse von Daten, um ein besseres Produkt zu schaffen, Trends zu ermitteln und persönliche Empfehlungen zu geben.

«Die grösste Herausforderung ist, dass sie angesichts der riesigen Datenmengen in der Lage sein müssen, diese zu bereinigen und Frameworks zur Beantwortung Ihrer Fragen zu definieren», so Hermanson. «Sie müssen die Daten unter Kontrolle bringen».

Nach Ansicht von Hermanson müssen selbst Unternehmen, die nicht so digital sind wie Spotify, aus dem enormen Bestand an verfügbaren Daten Nutzen für sich ziehen, um nicht ins Hintertreffen zu geraten.

«Bei Smart Data geht es darum, Verhaltensweisen und Trends zu erkennen, und hierzu müssen Sie Analysen durchführen», so Hermanson. «Es ist aber auch wichtig, darauf hinzuweisen, dass der Erfolg auf einer Kombination aus Daten und dem menschlichen Kontakt beruht. Die Menschen im Unternehmen müssen den Weg unterstützen».

Schnelle Veränderungen

Viele weisen auf die Geschwindigkeit der aktuell stattfindenden Veränderungen hin. Unternehmen können es sich nicht leisten, ihr Wissen auf Annahmen und Bauchgefühl zu stützen. Ein Beispiel dafür ist Nokia. In den frühen 2000er Jahren war das finnische Unternehmen einer der drei weltweit führenden Mobiltelefonhersteller. Der Erfolg des Unternehmens beruhte zum Teil auf seiner Fähigkeit, schnell zu erkennen, was sich der Markt wünscht, und passende Telefone für Verbraucher zu entwickeln.

Auf seinem Höhepunkt entfielen auf Nokia 3,7 Prozent des finnischen Bruttosozialprodukts und 21 Prozent der Gesamtexporte Finnlands. Jedoch unterschätzte das Unternehmen die Auswirkungen von Smartphones. Nachdem Apple 2007 sein erstes iPhone auf den Markt gebracht hatte, wurde Nokia als veraltet angesehen und an den Rand gedrängt.

«Ich denke, dass die Gewinner von morgen diejenigen sein werden, die fundiertere und schnellere tägliche Entscheidungen treffen», so Candell. «Strategien werden viel schneller untergraben als zuvor, und wir sehen eine Verschiebung dahingehend, dass die grössten Unternehmen mehr damit zu kämpfen haben, ihre Marktposition im Laufe der Zeit halten zu können.

Smart Data ermöglichen es, in Echtzeit auf Veränderungen im Kundenverhalten zu reagieren».

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